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Forum Medien-Politik-Gesellschaft: Zu behindert für Inklusion?
28.03.2017 19:30  
Forum Medien-Politik-Gesellschaft

Zu behindert für Inklusion?  Die  Situation von  Menschen  mit schweren Mehrfachbehinderungen

Das Thema „Inklusion“ wird derzeit vor allem im Zusammenhang  schulischer Bildung diskutiert. Wie erfolgreich  ist inklusiver Unterricht  und wie überfordert fühlen sich die Lehrer -  Fragen dieser Art finden große mediale Aufmerksamkeit.

Das gesellschaftspolitische Ziel  Inklusion  greift allerdings deutlich weiter. So fordert die von den Vereinten Nationen 2006 beschlossene Behindertenkonvention, dass sich Inklusion auf das gesamte Spektrum menschlichen Lebens wie Erziehung, Schule, Bildung, Arbeit, Gesundheit, Wohnen, Teilhabe am politischen und öffentlichen Leben bis hin zur Teilhabe am kulturellen Leben, Freizeit und Sport beziehen müsse.

 Inklusion zielt darauf, dass sich Menschen mit Behinderungen nicht mehr „integrieren“ und an die Umwelt anpassen müssen, sondern dass diese Umwelt so  gestaltet ist, dass alle Menschen gleichberechtigt leben können – egal wie unterschiedlich sie sind. Der Idealfall gelungener Inklusion ist es also, wenn die Unterscheidung „behindert/nichtbehindert“ keine Relevanz mehr hat.

Bei Menschen  mit besonders schweren und  komplexen Einschränkungen erfordert  Inklusion jedoch besondere Konzepte und einen besonderen Gestaltungsrahmen. Die Frage, was Inklusion in diesen Fällen heißen kann und welche Voraussetzungen dafür erforderlich sind, ist das zentrale Anliegen der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung am  28.03.2017 im Sasel-Haus. Dabei  sollen sowohl  wissenschaftliche Erkenntnisse als auch konkrete und persönliche Erfahrungen und Sichtweisen eingebracht werden. Der Kreis der Vortragenden repräsentiert dieses Ziel:

Dr. Peter Gitschmann ist Abteilungsleiter für Rahabilitation und Teilhabe in der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration der Freien und Hansestadt Hamburg.

Eileen Moritz lebte als Kind im „Erlenbusch“ und arbeitet nun als Sozialpädagogin und Bildungsreferentin  in Berlin.

Prof. Dr. Wolfgang Praschak ist emeritierter Professor an der Fakultät für Erziehungswissenschaften der Universität Hamburg, er befasste sich intensiv mit der Pädagogik Schwerstbehinderter.

Susanne Okroy leitet den „Erlenbusch“, eine Einrichtung der Martha Stiftung  für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Körper- und Mehrfachbehinderungen in Volksdorf. Sie wird auch die Moderation der Gesprächsrunde übernehmen.